Kresse natürliches Antibiotikum

Es gibt weltweit unzählige Arten von Kresse. Die meisten von Ihnen enthalten Stoffe, die wie ein Antibiotikum wirken, aber auf schonende und natürliche Weise. Also lohnt es sich die passenden einheimischen Pflanzen zu kennen. Auch Gartenpflanzen gehören dazu wie Kapuzinerkresse, Brunnenkresse, Meerrettich, Rauke, Rettich, Senf und die Kresse, die wir unter dem Namen Kresse im Laden kaufen. Unsere Vorfahren wussten, dass Ihnen die Nahrung damit besser bekommt. Alle Arten von Kresse schmecken ein wenig scharf, sind ein Segen für das Verdauungssystem und befreien die Schleimhäute von störenden Keimen.

Wirkung von Kresse und Anverwandten

Diese Befreiung der Schleimhäute, vor allem der Verdauung, funktioniert aber anders als bei gekauftem Antibiotikum. Wie der lateinische Name schon sagt (anti = gegen, bios = Leben) zielt ein Antibiotikum darauf ab, bestimmte Bazillen zu vernichten. Dies ist ein Segen u.a. bei bakterieller Lungenentzündung, hat jedoch keinerlei Nutzen beim Einsatz gegen Viren und vernichtet leider auch einen Teil der gesunden Darmflora.

Kressen  sollte man besser probiotisch nennen, den durch eine Vielzahl von Stoffen wirken sie auf die Mikroorganismen so ein, dass sich ein gesunde und ausgewogene Gemeinschaft einstellt. Es gibt inzwischen probiotische Präparate in der Apotheke. Ich liebe sie frisch aus dem Garten oder als Wildkräuter. Ein gesunder Darm, der die Nährstoffe auch verwerten kann trägt entscheidend zur Gesundheit bei!!! Und auch die sonstigen Schleimhäute im Körper profitieren ebenfalls.

Wildkräuter, die mit der Kresse verwandt sind

Gänserauke oder Ackerschmalwand oder Schotenkresse
Gänserauke Schoten, Blüte und Blattrosette Foto: Anna

Gänserauke erscheint im Frühjahr ganz früh als faustgroße Blattrosette. Schon bald kommen winzig kleine weiße Blüten und im Mai sind schon die Samen in mini Schoten reif. Diese springen bei Berührung auf, deshalb nennen manche Menschen es auch Springkraut. Dieser Name bezeichnet aber schon das bei uns in den Wäldern eingewilderte Impatiens. Gänserauke heißt auch Ackerschmalwand oder Schotenkresse.

Als Arabidopsis thaliana ist sie für Forscher interessant. Da sie ein relativ kleines Genom besitzt, benutzt man sie als Modell in der Genforschung. Für mich ist das nur insofern spannend als sie an verschiedenen Standorten leicht anders schmecken kann. Sie hat zwei Vegatationsperioden frühes Frühjahr und Spätherbst. Gärtner betrachten sie als Unkraut, ich als Delikatesse im Salat oder aufs Butterbrot.

Knoblauchrauke

Junge Knoblaurauke
Knoblauchrauke, junge Blätter Foto: anna

In Wäldern, Hecken und an Waldrändern kommen als Nächstes die gezahnten und geäderten Blätter der Knoblauchrauke. Auch diese Heilpflanze hat weiße Kreuzblüten und Samenschoten, die bis zu sieben Zentimeter lang werden. Zerrieben riecht sie nach Knoblauch wegen ähnlicher Inhaltsstoffe. Man benutzt sie auch wie Knoblauch. Sie wirkt probiotisch, reinigend, schleimlösend und leicht harntreibend.

Wiesenschaumkraut

Wenn die Gänserauke ihre erste Vegetationsphase schon fast fertig hat, erscheint in den Wiesen, am Liebsten in Feuchtwiesen, in Auwäldern und auf Grünflächen der Stadt das Wiesenschaumkraut. Dieses Wildkraut ist mindestens doppelt so groß, wie die zierliche Wildrauke. Ihre Blüten sind weiß bis zartviolett und sowohl Blatt als auch Blüten finde ich besonders lecker.

Hirtentäschel oder Gänsekresse

Hirtentäschel verwandt mit Kresse
Hirtentäschel mit Blüte und Schoten Foto: anna

Ihren Namen hat das Hirtentäschel von den herzförmigen Schoten. Hirten hatten früher lederne Taschen in dieser Form. Auch Hirtentäschel hat eine Blattrosette, weiße Blütchen und winzige, abstehende Schoten. Dieses Wildkraut hat eine besondere Wirkung im Mund. Bitte, kauen, denn es heilt die Mundflora und festigt das Zahnfleisch.

Bitte, Kresse nutzen

Hiermit möchte ich Sie dazu anregen, Kapuzinerkresse, Brunnenkresse und Senf zu säen; Meerrettich, Rauke, Rettich, Senf und Kresse in ihre Nahrung zu integrieren; die Wildkräuter Gänserauke, Hirtentäschel und Wiesenschaumkraut frisch in den Salat zu geben und Knoblauchrauke kleingeschnitten in Öl einzulegen. So konserviert kann man es ganzjährig nutzen.

Weitere, aber seltenere Kreuzblütler die man auch als probiotisches Heilkraut verwenden kann sind: Ackerhellerkraut, Barbarakraut, Löffelkraut, Pfefferkraut (wächst am Meer in den Dünen) und Zahnwurz.

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