Buche Schutz und Nahrung

Buche mit Kätzchen und beginnendem Laub Foto: Anna
Buche (Hainbuche) mit Kätzchen und beginnendem Laub Foto: Anna

Fast zur gleichen Zeit im Frühjahr sprießen im Buchenwald Scharbockskraut, Veilchen und Buschwindröschen und an den Zweigen die Kätzchen und zartgrüne Blättchen der Buche.  Grundsätzlich handelt es sich bei den generell als Buche titulierten Bäumen um zwei verschiedene Baumsorten. Die Rotbuche, so genannt wegen des mehr rötlichen Holzes, hat Bucheckern als Früchte. Zu ihrer Art gibt es ungefähr ein Dutzend Verwandte. Dazu gehört die Blutbuche mit ihren roten Blättern. Die Hainbuche, auch Weißbuche genannt, ist mit der Birke verwandt, ihre Früchte sehen aus wie holzige Linsen. Ansonsten ähneln die Bäume sich sehr. Mit ihrer glatten grauen Rinde, dem gleichen Wuchs, der gleichen Form der Blätter sind sie für die meisten Menschen einfach „Buche“.

Buche als Schutz

Buche als Hecke
Junge Hainbuchen als Hecke, im März noch belaubt Foto: Anna

Hainbuchen lassen sich beliebig beschneiden und haben eine Besonderheit bezüglich des Laubabwurfs. Sie behalten das getrocknete Laub selbst bei Sturm an den Zweigen bis das neue Laub sprießt. Oft schaukeln im März schon die Kätzchen (die männlichen Blüten) am Zweig, beschützt vom vorjährigen Laub. Deshalb werden sie gerne als Heckenpflanze genutzt. Im Westen der Eifel gibt es mehrere Meter hohe Hecken aus Buche. Diese schützen die Häuser und Dörfer vor Wind, Schnee und Wetter.

Auch haben unsere Vorfahren aus dieser sogenannten Buche Dickichte angelegt. Zusammen mit Brombeeren und Heckenrosen, Schlehen und Weißdorn ergaben deren verwobene Zweige undurchdringliche Wälle. Als „Knick“oder „Hag“ dienten sie der Begrenzung und zum Schutz vor größeren Tieren. Als wesentlich breiterem und höherem  „Gebück“ waren sie eine Landwehr, sollten Feinde aufhalten. Der Schnitt dieser Hecken diente als Feuerholz.

Dem Sprichwort „Buchen sollst Du suchen“ als Schutz bei Gewitter sollte man aber nur bedingt folgen. Es stimmt zwar, dass Blitze weniger oft in Buchen einschlagen, aber im Freien flach auf dem Boden wäre Mensch vor Blitzen noch sicherer, allerdings auch nass.

Bucheckern
Bucheckern und Gehäuse Foto: Anna

Buche als Nahrung

Die Früchte der Rotbuche heißen Buchecker, stecken in einer harten, pieksigen Hülle, sind dreieckig  und durch ihren hohen Ölgehalt sehr nahrhaft. Da sie klein sind und geschält werden müssen, ist es mühsam sie zu sammeln. Früher wurden Kinder dazu angehalten, dann wurden die Eckern zur Ölmühle gebracht. Das Öl ist super als Salatöl. Es hilft gegen Steinleiden und Verstopfung, ist allerdings nicht lange haltbar.

In kleinen Mengen kann man es selber herstellen indem man die Bucheckern schält, in einem Mixer püriert und durch ein Tuch auspresst. Ich esse sie lieber gleich so, das hat denselben Effekt. Bucheckern dürfen nur in kleineren Mengen gegessen werden, eine Handvoll ist genug. Zu viele können bei empfindlichen Personen Verdauungsbeschwerden verursachen.

Buchenwälder wurden von unseren Vorfahren als Viehweide genutzt. Jedoch nicht für Pferde und Rinder, die vertragen sie nicht. Aber besonders Schweine wurden mit Bucheckern und Eicheln gemästet. Auch Eichhörnchen und Vögel lieben sie.

Keimling der Rotbuche im April Foto: Anna

Bucheckern, die überwintern, treiben im Frühjahr aus und sehen putzig aus, wie ein kleiner, grüner Schmetterling. Die Keimlinge der Hainbuche haben zwei kleine runde gegenständige Blätter. Ich liebe diese Keimlinge, finde sie sehr lecker. Sobald die Blätter der Mutterbuche zu einem grünen Dach herangewachsen sind, verwelken diese Keimlinge allerdings.

Da sowohl die Rotbuche wie die Hainbuche im zeitigen Frühjahr keimen, blühen und austreiben, sind ihre Kätzchen, jungen Blätter und Keimlinge willkommen im Salat oder sonstiger Nahrung. Gerade nach dem Winter braucht der Körper ihre Vitamine und Mineralstoffe.

Keimling der Hainbuche
Keimling der Hainbuche im April Foto: Anna

Obendrein sind sie entspannend im Sinn von Entschleunigen. Siehe auch Bäume schaffen Lebensräume. Das gilt auch für die majestätischen Buchenwälder. Ich lehne mich mit dem Rücken an einen Stamm, wenn ich aus Hektik rauskommen möchte. Getrocknete Buchenblätter im Kopfkissen fördern den Schlaf.

Das Holz der Buche

Die Hainbuche gibt gutes Brennholz für den Kamin. Das Holz der Rotbuche wird gerne für Möbel verwendet. Auch eignet es sich zum Schnitzen oder Biegen. Ich habe ein Stück Buchenholz aus einem Abschnitt mitgenommen und es geschmirgelt, bis es rund und glatt war. Das ergab eine super Handschmeichler, der gleichzeitig hilft die Hände beweglich zu erhalten und beruhigt.

Aus Buchenholz kann man Teer gewinnen, der heißt Kreosot und hat eine antiseptische und antiparasitäre Wirkung. Dementsprechend wird es mit Leinöl vermischt als Hufteer bei Tieren verwandt. Zum Räuchern verwendete man Buchenspäne. Buchenasche reinigt die Haut. Dafür die Asche mit Ringelblumenöl oder Stiefmütterchentee vermischen. Mit Tee von Blutwurz und/oder Hirtentäschel vermischt ist sie ein Zahnputzmittel, dass das Zahnfleisch festigt.

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2 Gedanken zu “Buche Schutz und Nahrung”

  1. Bevorzugte Baumarten sind Weiden und Pappeln, die sich schnell regenerieren und so uber viele Jahre als Nahrungsquelle genutzt werden konnen. Aber auch andere Arten wie Eiche, Ulme, Esche, Buche und Hainbuche werden gerne gefressen. Weniger wahlerisch ist der Biber hingegen bei der Nutzung von Geholzen als Baumaterial. Limitierender Faktor fur die ganzjahrige Besiedlung von Gewasserabschnitten ist vor allem eine ausreichende Verfugbarkeit von Winternahrung.

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